Bangladesch: Ein zerrissenes Land

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Seit zwei Monaten schon gehen tausende von Bangladeschis auf die Strasse, um zu demonstrieren – über hundert Menschen sind dabei umgekommen, täglich gibt es Streiks, das Land ist blockiert.

Hintergrund der Tumulte: Der Internationale Gerichtshof für Kriegsverbrechen, der zur Zeit die Mittäter aus Bangladesh verurteilt, die 1971 bei den Massakern der pakistanischen Armee mitgemacht hatten, als diese Armee die Gründung Bangladeschs verhindern wollte. Hunderttausende demonstrieren gegen die Richtersprüche, die sie für zu milde erachten. Stattdessen verlangen sie die Todesstrafe für alle Täter. Die Volksbewegung wird im Internet weitertransportiert und unterstützt von sehr aktiven Bloggern, von denen einige behaupten, sie seien atheistisch.

Inzwischen haben islamistische Parteien im Land das Argument verdreht, und beschuldigen ihrerseits die Demonstranten und Blogger, diese hätten anti-islamische Ansischten propagiert. Unter dem Druck der Islamisten hat die Regierung mittlerweile vier Blogger verhaften lassen. Und eine Schlacht zwischen Konservativen und Fortschrittlichen zerreisst jetzt das Land.

Ein Team von ARTE Reportage hat sich in beiden Lagern umgesehen – und zwar kurz vor den Feiern zum dortigen Neuen Jahr, dem wichtigsten Fest in Bangladesch, was diesmal unter heftigen politischen Vorzeichen steht.

Eine reportage von Kostia Prodromidès, Ludovic Gaillard, Bishawjit Das – ARTE GEIE/Babel Press TV – Frankreich 2013

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016