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Ausreiseprämien in Norwegen

Länder: Norwegen

Tags: Migrant, Migranten, Krise, Asylbewerber

Immer mehr Asylbewerber sind von zu langen Verfahren entmutigt und verlassen schließlich gegen eine Geldzahlung das Land.

 

Unter den Migranten in Norwegen herrscht niedergeschlagene Stimmung. Immer mehr Asylbewerber geben auf, wenn sie feststellen, dass ein Familiennachzugsverfahren Jahre dauern kann, und gehen lieber in ihre Herkunftsländer zurück. Laut dem vom Express.be zitierten Norwegischen Zentralamt für Ausländerfragen (Utlendingsdirektoratet, UDI) haben 2015 bereits über 900 Menschen diese Wahl getroffen und dafür eine Geldzahlung erhalten, die beispielsweise bei einer Familie mit zwei Kindern bis zu 8 600 Euro betragen kannst. Außerdem übernimmt der Staat auch die Kosten für die Flugtickets.

 

„Sie dachten, dass sie in Norwegen schneller Asyl bekommen, dass sie arbeiten oder eine Ausbildung machen bzw. gar ihre Familie nachholen könnten“, erklärte die Leiterin des UDI Katinka Hartmann. Anfang 2015 waren es jeden Monat nur etwa 100 Ausreisewillige, doch im Oktober wurden laut dem Sprecher der Internationalen Organisation für Migranten (IOM) Joost van der Aalst 150 Anträge registriert und im November 230.

 

650 Euro pro Person in Frankreich

 

Joost van der Aalst bestätigte im Independent, dass das äußerst lange Verfahren für Familiennachzug ein wichtiger Faktor, aber nicht der einzige Grund für diesen Rückreise-Anstieg sei. Er wies darauf hin, dass manche Migranten Schwierigkeiten damit hätten, sich an das Leben in sehr abgelegenen Gegenden anzupassen, wo sie ihre beruflichen Kompetenzen teils nur schwer umsetzen können.

 

In Frankreich übernimmt der Staat nicht nur die Reisekosten zurück ins Herkunftsland, sondern verpflichtet sich auch zu einer Zahlung von 650 Euro an jeden Ausreisewilligen. Zusätzlich zu dieser Hilfe kann der Generaldirektor des Französischen Amts für Immigration und Integration laut einem Erlass des französischen Innenministeriums vom 17. April 2015 „in Ausnahmefällen und im Rahmen von Einzelmaßnahmen zum Anreiz für Rückreisewillige beschließen, für Personen einer bestimmten Nationalität bzw. bestimmter Nationalitäten oder für Personen einer festgelegten Kategorie hinsichtlich ihrer Verwaltungssituation eine Erhöhung des pauschalen Hilfsbetrags zu bewilligen, ohne dass diese Erhöhung die Summe von 350 Euro überschreiten kann.“

 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016