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#ausnahmslos: Gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus

Länder: Deutschland

Tags: Ausnahmslos, Köln, Sexualstrafrecht

Die Ereignisse in Köln haben die Debatte über das Sexualstrafrecht neu entfacht. Denn bisher bringt kaum eine Frau Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe zur Anzeige. Lediglich in fünf bis zehn Prozent der Fälle kommt es zu Anzeigen und nur einer von zehn Angeklagten wird überhaupt verurteilt.

Sexuelle Gewalt kommt in allen Ländern der Welt vor, man kann sie nicht pauschal einer Religion oder Ethnie zuschreiben. Dieser Meinung sind mehrere Frauenrechtlerinnen, die eine enstprechende Erklärung am Montag im Internet veröffentlicht haben. Nach den Übergriffen gegen Frauen in Köln und anderen Städten in der Silvesternacht haben sich junge Feministinnen zusammengeschlossen und unter dem Hashtag #ausnahmslos eine Kampagne gestartet.

 

Ausnahmslos: Frauen- und Sexualstrafrecht

 

Mehr zum Thema:

Die Kampagne #ausnahslos gibt es nicht nur auf Twitter, sondern auch auf Facebook. Wen das interessiert, einfach hier klicken und sich auf Facebook anmelden.

Der Aufruf wendet sich gegen sexualisierte Gewalt und Rassismus. Die Feministinnen machen klar, dass Sexismus kein Problem "der anderen" ist. Sie wehren sich gegen die Instrumentalisierung und den erneuten Mißbrauch der Opfer von Köln für Hetze gegen Geflüchtete durch Rechtspopulisten. Ihre Forderungen stellen sie an die Politik, Gesellschaft und die Medien. Unterstützung für die Forderungen erhalten die Netzaktivistinnen nicht nur von vielen UnterzeichnerInnen, sondern auch von Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) und Frauenrechtlerinnen aus dem Ausland wie Laurie Penny und Angela Davis.

 

 

Die fünf politischen Forderungen verkürzt:

1. Die Arbeit der Beratungsstellen muss gestärkt und ihr Angebot ausgebaut werden. Ein schnellerer Zugang zu Therapieplätzen für die Betroffenen muss geschaffen werden.

2. Die Gesetzeslage muss angepasst werden: Sexuelle Belästigung ist in Deutschland immer noch keine eigenständige Straftat.

3. Mehr öffentliche Aufklärungsarbeit ist notwendig, um Gewalt zu vermeiden.

4. Auch eine geschlechtersensible Pädagogik kann (sexualisierter) Gewalt vorbeugen.

5. Polizei und Justiz müssen geschult werden, damit es überhaupt zu Strafanzeigen kommt und ein respektvollerer Umgang mit den Opfern stattfindet.

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016