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Aus welchen Ländern kommen die Flüchtlinge? Wohin fliehen Sie?

Länder: Afghanistan, Libanon, Pakistan, Somalia, Syrien

Tags: Refugees, Data

Nach Einschätzung der Vereinten Nationen werden Tag für Tag 42.500 Männer, Frauen und Kinder (Stand 2014) dazu gezwungen, in anderen Gebieten Zuflucht zu suchen – sei es in der Nähe oder in großer Entfernung. Woher kommen Sie? Wohin gehen Sie? Antworten in Zahlen.

Woher kommen die Flüchtlinge?

Afghanistan, Syrien, Somalia: Über die Hälfte der Flüchtlinge weltweit kommt aus einem dieser drei Länder, die von Jahren des Krieges und der Gewalt gezeichnet sind. Mit ca. 3,88 Millionen Flüchtlingen liegt Syrien im Jahr 2014 an der Spitze und hat nach 33 Jahren Afghanistan abgelöst. Mit 2,59 Millionen Flüchtlingen folgt es aber direkt hinter Syrien. Auf Platz drei liegt Somalia mit 1,11 Millionen Flüchtlingen, gefolgt von dem Sudan (648.900), dem Südsudan (616.200), der Demokratischen Republik Kongo (516.800) und Myanmar (479.000). Dies ist die größte Flüchtlingswelle seit dem ruandischen Völkermord von 1994, der 2,3 Millionen Menschen in die Flucht trieb. Immerhin hat die Zahl der Flüchtlinge in Somalia sich bei 1,1 Millionen eingependelt, was auf eine Verbesserung der Sicherheitslage und der humanitären Situation im Land schließen lässt.

 

Wer nimmt Flüchtlinge auf?

Die sechs größten Aufnahmeländer sind die Türkei, Pakistan, Libanon, Iran, Äthiopien und Jordanien. In der Türkei leben heute 2,7 Millionen Flüchtlinge, darunter sind allein 2,5 Millionen Syrer.  Noch vor dem Iran und dem Libanon liegt Pakistan mit 1,5 Millionen hauptsächlich afghanischen Flüchtlingen, dies gilt auch bezüglich der Wirtschaftsleistung: Auf jeden Dollar BIP pro Einwohner kommen 512 Flüchtlinge, gefolgt von Äthiopien mit 336 und Kenia mit 295 Flüchtlingen.

Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl liegt allerdings der Libanon an der Spitze: Jeder vierte Einwohner ist dort derzeit ein Flüchtling. Mehrheitlich sind dies Palästinenser, die schon seit 1948 in libanesischen Camps untergebracht sind und Syrer, die seit Ausbruch des Bürgerkriegs 2011 ins Land gekommen sind. Ein trauriger Rekord, seit Somalia vor drei Jahrzehnten 1980 zwei Millionen äthiopische Flüchtlinge aufgenommen hat. Auf 1000 Einwohner kamen seinerzeit 328 Flüchtlinge.

Bei den Kontinenten liegt Asien mit 3,5 Millionen Flüchtlingen noch vor dem Mittleren Osten (2,6 Millionen), Europa (1,8 Millionen) und Amerika (800 000). Ferner ist anzumerken, dass 86% aller Flüchtlinge in sogenannte Entwicklungsländer geflohen sind – dies ist der höchste Prozentsatz seit 22 Jahren. Zu erklären ist dies mit dem Ende der Balkan-Konflikte: Die meisten der dortigen Flüchtlinge wurden von Industrieländern aufgenommen.   

 

Wer geht wohin?

Aus Gründen der Übersichtlichkeit bildet das unten stehende Diagramm nur Flüchtlingsströme mit über 100.000  Flüchtlingen ab. Links: das Herkunftsland; rechts: das Zielland. Die Größe jedes Flüchtlingsstroms entspricht der Größe der jeweiligen Bevölkerungsgruppe.

Mit 1 615 876 bzw. 814 015 Menschen bilden die Afghanen in Pakistan und im Iran das größte Kontingent an Auslandsflüchtlingen, dicht gefolgt von den Syrern im Libanon (851 284 Menschen), in der Türkei (585 601) und in Jordanien (585 304). Egal, ob es sich um Afghanen, um Syrier, Somalier, Sudanesen, Birmanen, Kolumbianer, Vietnamesen oder Iraker handelt - die übergroße Mehrheit der Flüchtlinge bewegt sich in Richtung der Nachbarländer.

 

Légende

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Quelle: UNHCR.

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016