Atiq Rahimi gibt den Flüchtlingen Brief und Siegel

10. März 2016

Atiq Rahimi stammt aus Afghanistan und floh mit zwanzig Jahren vor dem dortigen Bürgerkrieg und den russischen Besatzern nach Frankreich. Das Exil kennt er also nur zu gut. In der Sprache seiner neuen Heimat schrieb er den Roman Syngué Sabour - Stein der Geduld, für den er 2008 den Prix Goncourt erhielt. Die Geschichte ist wie ein Kammerspiel erzählt, sie handelt von einer afghanischen Frau, die mit ihrem im Koma liegenden Mann spricht, während draußen der Bürgerkrieg tobt. Dabei geht es auch um die befreiende Wirkung der Worte. Atiq Rahimi selbst verfilmte das Buch im Jahr 2013 mit der iranischen Schauspielerin Golshifteh Farahani in der Hauptrolle. Für ARTE Reportage streifte der Schriftsteller, Filmemacher und Beobachter durch die engen Straßen von Burj el-Barajneh und erzählt in mehreren Briefen von seinen Spaziergängen und Begegnungen.