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IS hinter Anschlag auf Istanbuler Flughafen?

Länder: Türkei

Tags: Terrorismus, attentat, Istanbul, Atatürk-Airport

Drei Selbstmordattentäter haben am Dienstagabend den internationalen Flughafen in Istanbul angegriffen. 41 Menschen starben, 239 wurden verletzt.  Unter den Opfern sollen auch Auländer sein. Die türkische Regierung vermutet die Terrororganisation Islamischer Staat hinter der Tat: Die Indizien deuteten auf eine Drahtzieherschaft der Miliz hin, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim.

Wieder erschüttert ein Terroranschlag die Millionenmetropole Istanbul: Diesmal wurde nicht die Innenstadt getroffen, sondern der größte Airport der Türkei. Gleich drei Selbstmordattentäter griffen den Atatürk-Flughafen an. Sie seien mit dem Taxi am Flughafen angekommen, hätten Maschinengewehre gezogen und um sich geschossen. Danach hätten sie sich selbst in die Luft gesprengt, schildert Ministerpräsident Yildrim den Tathergang.

Zwar hatte die türkische Polizei noch versucht, die Attentäter aufzuhalten, indem sie das Feuer eröffnete. Aber Videos der Überwachungskamera dokumentieren, dass einer der Attentäter selbst am Boden liegend noch seine Sprengstoffweste zündete.

Betroffen waren ein Parkhaus, die Ankunftshalle und ein Terminal. Regierungschef Yildirim sagte, die Indizien deuteten auf eine Drahtzieherschaft der IS-Miliz hin. Zu Herkunft und Identität der Attentäter machte er zunächst keine Angaben. Bislang bekannte sich niemand zu dem Anschlag.

 

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Weltweit wurde der Anschlag verurteilt

Erdogan rief "insbesondere die Staaten des Westens" auf, "eine harte Haltung gegen den Terror einzunehmen". Die Türkei werde "ihren Kampf gegen den Terror bis zum Ende führen", auch wenn sie dafür einen "hohen Preis" zu zahlen habe.

Frankreichs Präsident François Hollande verurteilte die Anschläge aufs Schärfste und sprach den Türken seine Unterstützung im Kampf gegen den Terror aus.

Bundesinnenminister Thomas de Maizière hat erschüttert auf den Terroranschlag von Istanbul reagiert. Der Terrorismus habe mal wieder sein hässliches Gesicht gezeigt und unschuldige Menschen in den Tod gerissen, sagte de Maizière in Berlin. Er trauere mit den Angehörigen der Opfer und wünsche den Verletzten schnelle Genesung.

 

Flugverkehr wieder aufgenommen

Der Flughafen von Istanbul ist mit einem jährlichen Passagieraufkommen von rund 60 Millionen Menschen der elftgrößte der Welt. Er ist ein wichtiges Drehkreuz für den interkontinentalen Luftverkehr zwischen Europa, Asien und Afrika.

Am Mittwoch wurde der Flugverkehr dennoch wieder aufgenommen. Erste Flüge von Turkish Airlines landeten am frühen Morgen. Der Sender CNN Türk berichtete, Reisende könnten inzwischen auch wieder ins Terminal. Der Angriff sorgt allerdings für ein massives Chaos im Flugverkehr.

Turkish Airlines strich für Mittwoch mehr als 340 Flüge. Die Airline bot allen Reisenden mit Buchungen von oder nach Atatürk Airport an, die Flüge kostenlos umzubuchen oder zu stornieren. In der Nacht waren etliche ratlose Reisende vor dem Flughafen gestrandet, die vor den Terrorangriffen aus dem Terminal geflohen waren.

 

Chronologie

Die Türkei wird immer öfter Ziel von Anschlägen. Allein in diesem Jahr schlugen Terroristen bereits viermal in Istanbul zu. Ein Überblick über die Attentate in der Türkei seit Juli 2015:

 

 

 

Zuletzt geändert am 30. Juni 2016