|

Amphetamine für den Kampf

Länder: Libanon

Tags: Drogen, Dschihadisten, Amphetamine

Beirut ist zu einem Knotenpunkt für Droggenschmuggler geworden. Sie vertreiben dort Captagon, eine Droge, die aus Amphetaminen besteht. Der Stoff wird im syrischen Bürgerkrieg zur Leistungssteigerung von dschihadistischen Kämpfern verwendet. Im Jahr 2014 sind mehr als 50 Millionen dieser Pillen verkauft worden. Das Business mit den Amphetaminen ist sehr lukrativ und bringt rund 10 bis 20 Millionen Dollar ein. 

Liban : la drogue de Daesh

 

15 Millionen Captagon-Tabletten sind im Hafen von Beirut in Maissäcken versteckt in einem Container gefunden und beschlagnahmt worden. Die Anzahl der auf Amphetaminen basierten Tabletten ist rekordverdächtig und entspricht in etwa einem Wert von 150 Millionen Dollar. Diese Zahlen beweisen, dass der Handel mit den Amphetaminen insgesamt zunimmt.

2011 und 2012 haben Drogenfahnder im Libanon eine Million der Pillen abgefangen, 2013 waren es bereits 13 Millionen. Schätzungen zufolge soll die Zahl der abgefangenen Pillen im Jahr 2014 bereits die 50 Millionen Marke überschritten haben.

Die Droge ist einfach herzustellen, da der Großteil der Zusatzstoffe, wie etwa flüssiges Koffein, auf dem Markt frei erhältlich ist. Sobald alle Bestandteile parat sind, bedarf es nur eines Kleintransporters und einer Maschine, mit der Schokoladen-Dragees hergestellt werden können, um die kleinen, weißen Pillen zu produzieren. So kommt es, dass an einem einzigen Tag mehrere Zehntausend dieser Tabletten produziert werden können.  

In früheren Zeiten wurde die Droge, deren Kennzeichen eine eingravierte doppelte Mondsichel ist, insbesondere in Bulgarien angefertigt. Seit Anfang des neuen Jahrtausends wird der Großteil der Präparate in der Türkei und in Syrien zubereitet. Für die syrischen Schmuggler sind jedoch seit Beginn des Syrien-Krieges die wichtigsten Versorgungswege über Jordanien und Saudi Arabien oder die syrische Küste nicht mehr befahrbar. Aus diesem Grund ziehen sie sich in den Libanon zurück und profitieren dort von dem libanesischen Haschisch- und Kokain-Schmugglernetz, das sich dort bereits etabliert hat. So wird die Droge auf dem Luft- oder Wasserweg in die Stadt Beirut transportiert, die zu einem Umschlagplatz des Handels mit den Amphetaminen geworden ist.

Der Handel mit den Pillen ist sehr lukrativ, denn nur eine einzige geht für bis zu 20 Dollar über den Schwarzmarkt. Eine Millionen dieser Pillen können für 10 bis 20 Millionen Dollar abgesetzt werden. Aus den Exporten des Drogenhandels finanzieren syrische Rebellengruppen ihre Kriegsgeräte und militärischen Operationen. Die Nachfrage nach diesen Pillen steigt in allen Ländern der Region.

 

 

 

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016