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Alternativer Nobelpreis für Edward Snowden

Länder: Schweden

Tags: Snowden, ARTE, Alternativer Nobelpreis

Edward Snowden hat in Schweden den "Right Livelihood Award" erhalten, eine Art inoffizieller Nobelpreis. Der meistgesuchte Whistleblower des Planeten wurde per Videokonferenz zur Verleihung geschaltet. Das ist nicht sein letzter Auftritt, denn auch am 10. Dezember wird er sich nochmal der Öffentlichkeit prÄsentieren, und zwar im Rahmen einer öffentlichen Video-Telefonkonferenz in Frankreich anlässlich des Internationalen Tags der Menschenrechte. ARTE Info streamt die Konferenz live.

 

 

 

Für einen kleinen Moment konnte der Whistleblower Edward Snowden vergessen, dass er in Russland festsitzt, weit entfernt von seinen Freunden und der Familie. Als ihm am 1. Dezember im schwedischen Reichstag der Alternative Nobelpreis (Right Livelihood Award) verliehen wurde, konnte er zwar nicht persönlich anwesend sein, dennoch wurde er per Video zugeschaltet. Und ab diesem Moment war klar, die Menschen, die im Reichstag zusammengekommen waren, sind echte Snowden-Fans und Unterstützer des jungen Mannes. Mit tosendem Beifall und standing ovations wurde Snowden geehrt.„Edward Snowden hat den Bewohnern dieses Planeten einen riesigen Dienst erwiesen. Ohne seinen Mut wüssten wir noch immer nichts über das Ausmaß der neuen Verbrechen, die der technische Fortschritt möglich gemacht hat“, sagte der Gründer der Livelihood-Award-Stiftung Jakob von Uexküll.

 

Snowden, der aus seinem Exil in Russland zugeschaltet worden war, gedachte in seiner Dankesrede auch all der Menschen, mit denen er die vergangenen Monate zusammengearbeit hatte: „Journalisten, Verleger, Anwälte haben soviel riskiert, aber die Opfer haben sich gelohnt. Es ist ein außergewöhnliches Privileg, zu den vielen gezählt zu werden, die für Menschenrechte gekämpft haben.“ Der Whistleblower betonte, dass sich seit den NSA-Enthüllungen im letzten Jahr, viel im Bereich Datenschutz geändert hätte. Gemeinsam mit Snowden wurde auch der Herausgeber der britischen Zeitung „The Guardian“, Alan Rusbridger, ausgezeichnet, der persönlich anwesend war und Snowden für sein Engagement lobte: „Edward Snowden hätte dieses Material leicht selbst veröffentlichen können, stattdessen hat er sich Journalisten anvertraut, die verantwortungsbewusst über das Schreiben sollten, was sie selbst am wichtigsten fanden.“

 

Snowden hatte 2013 dem US-amerikanischen Journalisten Gleen Greenwald Informationen übergeben, die das streng geheime NSA-Überwachungsprogram „Prism“ enthüllten, mit dem der Geheimdienst auf Millionen Daten von Internetnutzern zugreifen kann. Greenwald übergab die Dokumente an die britische Tageszeitung „The Guardian“, die die Informationen Mitte Juni 2013 veröffentlichte. Greenwald ist einer der engsten Vetrauten von Edward Snowden. Zeitgleich mit ihm ist er in München für seine Furchtlosigkeit mit dem Geschwister-Scholl-Preis ausgezeichnet worden.

 

Edward Snowden steht noch immer im Zentrum des öffentlichen Interesses – auch über ein Jahr nach den NSA-Enthüllungen. Die USA suchen ihn weiter wegen Geheimnisverrats, doch um einer Strafverfolgung in seinem Heimatland zu entgehen, hält sich Snowden derzeit in Russland auf, wo er eine Aufenthaltsgenehmigung für drei Jahre hat.

 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016