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2016: Zehn gute Nachrichten für unseren Planeten

Länder: Monde

Tags: Klimaerwärmung, Umweltschutz, Klimawandel, Ökologie, urban farming, Klimaabkommen, Jahresrückblick

Die Klimaerwärmung ist in vollem Gange. Das heißt aber nicht, dass man den Kopf in den Sand stecken und verzweifeln sollte. Zum Ende des Jahres 2016 nimmt ARTE Info zehn Initiativen von Bürgern, Vereinen und Regierungen in den Blick, die Hoffnung machen für eine bessere Zukunft unserer Erde. 

Das Pariser Klimaabkommen ist in Kraft getreten

Ein großer Tag für unseren Planeten: am 4. November tritt das Abkommen der Pariser Klimaschutzkonferenz COP21 in Kraft. Das Abkommen wurde am 12. Dezember 2015 in Paris von 175 Staaten verabschiedet, ratifiziert haben es mittlerweile 55 von ihnen. Neben den USA, China und Indien, den aktuell schlimmsten Umweltverschmutzern, hat auch die EU den Text im Oktober ratifiziert. Die europäischen Staaten verpflichten sich unter anderem, den Anstieg der globalen Temperaturen auf 2°C zu begrenzen und „sich zu bemühen, den Temperaturanstieg auf 1,5°C zu senken“.

Unser Dossier zum Weltklimagipfel COP21 

 

Das "Monsanto-Tribunal": Die Opfer

Monsanto vor Gericht

Das Urteil ist symbolisch, aber die Aussagen der Opfer sind real und bedrückend. Am 15. und 16. Oktober kamen mehrere Duzend Experten und Opfer der Produkte des amerikanischen Chemieriesen in Den Haag zusammen, um in einem außergewöhnlichen Tribunal als Zeugen auszusagen. Rechtlich bindend ist das Urteil nicht, das Tribunal ist kein offizielles Gericht, obwohl es von echten Richtern geleitet wird. Ziel ist vielmehr, die internationale Umweltrechtsprechung voranzutreiben und sich für ein besseres Bewusstsein für Verbrechen gegen das Ökosystem einzusetzen. Solche Verbrechen bezeichnen die Aktivisten des Monsanto-Tribunals als „Ökozid“.

 

Kollektive Klage: Gegen VW

Sammelklage gegen Volkswagen

Es war der größte Skandal in der Geschichte der Autoindustrie, als im September 2015 die Machenschaften von VW aufgedeckt wurden. In weltweit mindestens elf Millionen Fahrzeuge hatte die Volkswagengruppe manipulierte Software zur Abgasmessung eingebaut. Betroffen sind in Europa 8,5 Millionen Autofahrer, davon 2,5 Millionen in Deutschland. Während in den USA die Besitzer der betroffenen Fahrzeuge eine Entschädigung erhalten konnten, fehlen in Europa die juristischen Mittel für eine Sammelklage. Zwei Start-up-Unternehmen haben deshalb Internetplattformen erstellt, um die Klagen zu sammeln und den Kunden in Frankreich und Deutschland zu ihrem Recht zu verhelfen.

 

Kunst rund um die Emscher

Renaturierung von Deutschlands schmutzigstem Fluss

Nachdem die Emscher das Ruhrgebiet und damit eine ehemalige Industrieregion durchquert hat, fließt sie in den Rhein. Sie ist einer der am stärksten verschmutzten Flüsse Europas. Diesen Ruf hat sie seit dem 19. Jahrhundert, doch seit ein paar Monaten zeigt sich die Emscher dank eines Renaturierungsprogramms in neuem Gewand. Ziel der umfangreichen Arbeiten ist die Wiederbelebung der Region. Um die Fußgänger für das Thema zu sensibilisieren, wurde auf einem Abschnitt von 50 Kilometern Emscherkunst angelegt.

 

Erster Supermarkt gegen Lebensmittelverschwendung

Kopenhagen: Der erste Supermarkt gegen Verschwendung

In der dänischen Hauptstadt gibt es seit Februar 2016 den Supermarkt WeFood. Hier gibt es nur Waren, deren Verfallsdaten überschritten oder deren Verpackungen beschädigt sind. So können einkommensschwache Kopenhagener Konsumgüter zum halben Preis kaufen. Gleichzeitig leisten die Dänen einen Beitrag zum Kampf gegen die Verschwendung von Lebensmitteln. Der Supermarkt wird ausschließlich von ehrenamtlichen Helfern geführt, sämtliche Einnahmen kommen dem Verein DanChurchAid zugute, der ihn gegründet hat.

 

Kampft gegen die Luftverschmutzung in Delhi

New Delhi nimmt den Kampf gegen die Luftverschmutzung auf

Indiens Hauptstadt ist die am stärksten verschmutzte Metropole der Erde. Seit einigen Monaten greifen die Behörden hier zu einer radikalen Maßnahme: Bereits zweimal in diesem Jahr durften hier nur Autos mit bestimmten Kennzeichen verkehren. Eine kleine Revolution in der Stadt mit rund acht Millionen Fahrzeugen und täglich 1400 Neuzulassungen – und ein gutes Vorbild für europäische Städte.

 

Uruguay: der Windenergie-Weltmeister

Saubere Energie in Uruguay

Das lateinamerikanische Land geht in punkto nachhaltige Entwicklung mit gutem Beispiel voran. Derzeit stammen hier 90% des elektrischen Stroms aus erneuerbaren Quellen, und davon werden mehr als 30% durch Windenergie gewonnen. Diese Entwicklung kam nur zustande, weil der Staat allen, die in saubere Energie investieren wollen, massive steuerliche Anreize bietet. Davon kann sich die Europäische Union eine Scheibe abschneiden: In den EU-Mitgliedsstaaten stammen nur 15% der gesamten Energie aus Windkraft, weit hinter Gas und Kohle. Vorreiter sind in Europa Deutschland und Spanien, während Frankreich nur 3,9% seines Energiebedarfs aus Windkraft deckt.

 

Parkplatz statt Gemeinschaftsgarten?

Urban Farming gegen Parkplätze

Seit fünf Jahren gibt es im Pariser Vorort Colombes mitten in einer Hochhaussiedlung einen Mini-Bauernhof. R-Urban besteht aus etwa vierzig Gärten, Bienenstöcken, einem Komposthaufen und einem mit Solarenergie beheizten Gebäude, das der Allgemeinheit zugänglich ist. Das Ganze wird von den Bewohnern der Hochhäuser gemanagt. Dieses Projekt wurde anlässlich des Pariser Klimagipfels der Öffentlichkeit vorgestellt und stieß in zahlreichen anderen Ländern auf Interesse. Dennoch will jetzt die Stadtverwaltung auf dem Gelände einen provisorischen Parkplatz einrichten. Anfang 2016 verlor der Verein, der für das Projekt verantwortlich ist, einen Prozess gegen die Stadt. Daraufhin startete er einen Spendenaufruf und eine Petition, die von 17.000 Bewohnern unterzeichnet wurde. Derzeit prüfen die Verantwortlichen das Angebot, den Mini-Bauernhof an einem anderen Ort anzusiedeln.       

     

Yourope: Kampf dem Müll

Kiew krempelt die Ärmel hoch

Auf den Plätzen und Grünflächen der ukrainischen Hauptstadt wird immer häufiger illegaler Müll deponiert. Aber die junge Generation will es nicht hinnehmen, dass ihr Land im Müll versinkt, und so beteiligen sich viele Jugendliche am alljährlichen Müllsammel-Tag, der von der Aktionsgemeinschaft „Let’s Do it“ organisiert wird. Diese Organisation wurde in Estland gegründet und ist heute auf der ganzen Welt aktiv

 

Permakultur – Ackerbau mit Zukunft

Diese alternative und bürgernahe Anbaumethode verzichtet auf Kunstdünger, Pflanzengifte, Maschinen und gentechnisch verändertes Saatgut. In der Normandie zeigen uns zwei Vertreter dieser Anbaumethode, wie sie auf einer kleinen Fläche höhere Erträge erzielen können als mit traditionellem Ackerbau.

Zuletzt geändert am 2. Januar 2017