Rückzug aus Gaza, zehn Jahre danach

13. August 2015

Vor 10 Jahren hat Ariel Sharon den Rückzug aus dem Gazastreifen und die damit verbundene Räumung aller israelischen Siedlungen im Gebiet angeordnet. Die damalige Hoffnung auf ein Ende des Terrors und eine friedliche Zweistaatenlösung hat sich jedoch nicht erfüllt – im Gazastreifen regiert die radikalislamische Hamas und die israelische Regierung unterstützt weiteren Siedlungsbau auf besetztem Gebiet.

 

In unserem Dossier gehen wir den Hintergründen für den Rückzug auf den Grund und sprechen mit dem ehemaligen israelischen Minister für Landwirtschaft und Wohnbau im Kabinett Sharon. Wir schauen uns an, wie sich das Leben für zwei persönlich Betroffene von israelischer und palästinischer Seite in diesen 10 Jahren verändert hat und was die politischen Meilensteine waren. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Situation in den restlichen besetzten Gebieten wie dem Westjordanland, wo weiterhin Siedlungen gebaut werden. 

Chronologie
Chronologie seit dem Rückzug

ARTE Journal blickt in neun Reportagen auf die vergangenen zehn Jahre seit dem israelischen Rückzug aus Gaza zurück.

Data israel_settlement

Der Rückzug hat den israelischen Siedlungsbau nicht gebremst - im Gegenteil

10 Jahre nach dem Rückzug aus dem Gazastreifen gibt es keinen Frieden und keine funktionierende Zweistaatenlösung - dafür Terrorismus und Siedlungsbau. 
Expired Rights

Warum ein solcher Sinneswandel?

Ariel Scharons Rückzugsplan für den Gazastreifen hat die Israelis überrascht, war er doch immer ein glühender Verfechter der Besiedlung. Wie ist der Sinneswandel zu erklären? Drei Hypothesen.

Trauma und Nostalgie

Zehn Jahre nach dem israelischen Abzug aus dem Gazastreifen bleiben die dramatischen Ereignisse auf beiden Seiten in Erinnerung. ARTE Journal ist an den Gazastreifen zurückgekehrt.

David Frêche

"Niemand konnte sich damals eine Räumung vorstellen"

David Frêche stammt aus dem französischen Toulouse und wohnte 13 Jahre lang in Gusch Katif, dem Block jüdischer Siedlungen im Gazastreifen.
Abu Ahmed Abu Ehlon

"Man kann sich nun endlich frei bewegen"

Abu Ahmed Abu Ehlon lebt in Chan Yunis, im Gazastreifen. In seiner Nachbarschaft befand sich Gusch Katif, der größte Block israelischer Siedlungen. Zurück vor Ort, erzählt er uns von dieser Zeit.