Tunesien: Eine Gesellschaft im Umbruch

15. Januar 2016

Nach dem arabischen Frühling in Tunesien im Jahr 2011 war die Ennahdha der Hoffnungsträger der Tunesier: die erste demokratisch gewählte Partei verkörperte aufgrund ihres gemäßigten Auftritts im Wahlkampf  einen modernen Islam und sollte nun für den ersehnten wirtschaftlicher Aufschwung sorgen. Sie prägte die tunesische Politik zwischen 2011 und 2014. Zu ihren Erfolgen zählt die Erarbeitung einer Verfassung doch ihr Mandat war ebenfalls von einer heftigen sozialen Krise und der beunruhigenden Eskalation politischer Gewalt geprägt, die mit der Ermordung des Oppositionspolitikers Chokri Belaïd ihren Höhepunkt erreichte.

Der Film „Ennahdha – Tunesien im Wandel“ zeigt den Aufstieg und die zunehmende gesellschaftliche Kritik an der von den Muslimbrüdern inspirierten Partei und hilft die aktuelle gesellschaftliche Entwicklung im Land besser einzuordnen.

ARTE Info hat für Sie die Ereignisse nach der Abdankung der Ennahdha aufbereitet: Dazu zählen zunächst die Parlamentswahlen im Oktober 2014, bei denen etwa 3 der 5,2 Millionen Wahlberechtigten ihre Stimme abgaben sowie die Präsidentschaftswahl im Dezember 2014. Tunesien wird heute von der Partei Nidaa Tounès regiert, Präsident ist der säkulare Politikveteran Béji Caïd Essebsi. Er setzte sich mit 55.68 % gegen den amtierenden Präsidenten und Menschenrechtler Moncef Marzouki durch. 2015 erhält Tunesien den Friedensnobelpreis für seinen nationalen Dialog, doch fünf Jahre nach Beginn des arabischen Frühlings ist in Tunesien noch keine Ruhe eingekehrt: Zwischen Ausnahmezustand und nationaler Versöhnung – unsere Reportagen, Analysen und Interviews.

 

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Mittwoch, 20. Januar

Ennahdha - Tunesien im Wandel

26. Oktober 2011: Die religiöse Ennahdha-Bewegung ("Partei der Wiedergeburt") geht als Siegerin aus den ersten freien Wahlen in Tunesien hervor – und ist die erste islamistische Partei, die in der arabischen Welt auf demokratischem Weg an die Macht gelangt. Der Dokumentarfilm ist eine historische und politische Autopsie des tunesischen Islamismus.

Christophe Ayad

Christophe Ayad bei THEMA

Der Leiter des Auslandressorts der französischen Zeitung "Le Monde", Chrisophe Ayad, über den Wandel in der tunesischen Gesellschaft seit 2011. .

Gesellschaft, Tunesien

Engagierte Tunesier

Herbst 2014: In Tunesien finden zum zweiten Mal freie Wahlen statt. Aber was ist aus der Revolution geworden, vier Jahr nach dem Sturz von Ben Ali? Engagierte Tunesier erzählen. Videoporträts.

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Tunesien: Hoffnung und Vorbild

Es ist ein steiniger Weg in Richtung Demokratie, mit vielen Rückschlägen – aber viele Tunesier wollen ihn weiter gehen…

Internationales, Tunesien

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Eine Frau will Tunesiens nächste Präsidentin werden

Kalthoum Kennou ist Richterin und zurzeit die vielversprechendste Frau in Tunesiens Rennen um das Präsidentenamt.

Internationales, Politik, Tunesien

Reportage Ausnahmezustand Tunesien

Tunesien: Kritik am Ausnahmezustand

In Tunesien werfen Kritiker der Armee und den Polizeikräften vor, die durch den Ausnahmezustand erhaltenen Sonderrechte massiv zu missbrauchen.

Gesellschaft, Tunesien

Der Friedensnobelpreis geht an das "Quartett für den nationalen Dialog" in Tunesien

In diesem Jahr wird Das "Quartett für den nationalen Dialog" in Tunesien mit dem Friedensnobelpreis geehrt. Das gab das Norwegische Komitee in Oslo bekannt. 

tunisie

Tunesien sucht nach Wahrheit und Versöhnung

In Tunesien soll eine Wahrheitskommission versuchen, für die Opfer von Menschenrechtsverletzungen Entschädigungen zu erreichen. Diese Kommission steht in der neuen Verfassung, die Anfang der Woche verabschiedet wurde.

Internationales, Tunesien

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Tunesien: Die enttäuschten Revolutionäre

Die Stadt Thala ist der Ursprungsort der tunesischen Revolution. Von den Hoffnungen auf ein besseres Leben, ist hier nichts geblieben. 

Internationales, Politik

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Tunesien: Enttäuscht von der Demokratie

Soziale Konflikte, Ermordung von Oppositionellen, politische Krisen - drei Jahre nach dem arabischen Frühling fühlt sich eine breite Mehrheit der tunesischen Bevölkerung um die Früchte ihrer Rebellion betrogen.

Politik, Tunesien

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Tunesien: Verlierer der Revolution

Der junge Rapper Kafon hat den Frust und die Perspektivlosigkeit seiner Generation in dem Rap-Hit "Houmani" konzentriert, die Hymne der Verlierer des arabischen Frühlings. Eine Reportage von Rim Mathoutli.

Kultur, Internationales, Tunesien

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Tunesien: "Wir können unsere Demokratie schützen"

Damit bei den Parlamentschaftswahlen in Tunesien alles mit rechten Dingen zugeht, haben die Wahlkommission und andere Netzwerke über den Ablauf der Wahlen gewacht.

Politik

Interview
"Keiner will die Kiste der Pandora öffnen"

Vier Jahre nach der Jasmin-Revulotion, dem Auslöser des arabischen Frühlings, wählt Tunesien an diesem Sonntag ein neues Parlament.