Armenien: Die schwere Last der Vergangenheit

16. September 2016

Im Juni 2016, ein Jahr nach dem 100. Jahrestag des Völkermords der Armenier im Osmanischen Reich, stimmt der deutsche Bundestag über die offizielle Anerkennung des Genozids ab. Rund 1,5 Millionen Menschen starben zwischen 1915 und 1917. Die Türkei leugnet den Genozid bis heute, aber auch viele westliche Demokratien tun sich immer noch schwer damit, das Verbrechen beim Namen zu nennen. Nur rund 20 Staaten erkennen die dramatischen Ereignisse mittlerweile als Völkermord an: darunter Frankreich, Schweden, die Niederlande und Belgien. Das Europaparlament hat bereits 1987 eine diesbezügliche Resolution verabschiedet.

THEMA begibt sich mit dem Dokumentarfilm "Reise nach Anatolien" gemeinsam mit Armeniern aus verschiedenen Ländern auf eine Reise zu ihren Ursprüngen.

Um die komplexe Thematik rund um den Völkermord an den Armeniern besser zu verstehen, hat ARTE INFO ein Dossier mit Reportagen, Interviews, einer Chronologie der Ereignisse und einer interaktiven Animation zusammengestellt.

Der Dokumentarfilm in voller Länge
Film: Reise nach Anatolien

Seit Kurzem bieten armenische Reiseagenturen Busfahrten durch die Türkei an: die Reisenden begeben sich auf die Spuren ihrer Vorfahren.

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Bundestag erkennt Völkermord an den Armeniern an

Der Bundestag stuft die Massaker an den armenischen Christen von 1915 offiziell als Völkermord ein. Die Türkei zieht ihren Botschafter aus Berlin ab.

Politik

Die Angst vor dem V-Wort

Die Angst vor dem V-Wort

Viele Regierungen tun sich immer noch schwer mit der Anerkennung des Völkermords an den Armeniern.

Politik

Interview Duclert

Von der Pflicht, Verantwortung zu übernehmen

"Die Welt hat die Ära der Völkermorde noch nicht hinter sich gelassen", sagt der Autor und Historiker VIncent Duclert. 
Armenien-Türkei, eine schwierige Versöhnung

Eine schwierige Versöhnung

Die Armenierin Adriadna Gregoryan lebt seit zwei Jahren in Istanbul. In diesen Tagen ist der Völkermord omnipräsent, Versuche der Versöhnung entpuppen sich aber als schwierig. 

Die Chronologie des Völkermords

Acht Ereignisse, die den Völkermord an den Armeniern kennzeichnen, angefangen am 24. April 1915.

Operation Nemesis

Am Ende des Ersten Weltkriegs entstand ein Geheimbund der Rache. Er agierte auf drei Kontinenten. Entdecken Sie die unglaubliche Geschichte der "Operation Nemesis". 

Bilder der Erinnerung

Armenien gedenkt des Völkermords vor 100 Jahren. Der Fotograf Antoine Agoudjian bereist die Region seit 25 Jahren, auf den Spuren der armenischen Vergangenheit. 

Comic
Das Phantom des Völkermords

In der Türkei gibt es heute noch Nachkommen von Menschen, die den Völkermord an den Armeniern überlebt haben, weil sie Muslime wurden. Zwei französische Journalisten haben das Thema in Form eines Comics verarbeitet. 

Berlin und der Genozid an den Armeniern

Der Völkermord an den Armeniern und die deutsche Mitschuld: Der Journalist Jürgen Gottschlich erinnert in seinem Buch daran, dass das deutsche Kaiserreich vom Genozid wusste und einige deutsche Offiziere sogar daran beteiligt waren.