Parlamentswahlen in Spanien: Das Ende des Zweiparteiensystems

21. Dezember 2015

Die Konservative Volkspartei (PP) von Ministerpräsident Rajoy bleibt mit 28,7 Prozent der Stimmen zwar stärkste Kraft des Landes, verliert jedoch ein Drittel der Sitze und somit die absolute Mehrheit im Parlament. Zur Bildung einer Regierung ist die Partei demnach auf einen Partner angewiesen. 2011 hatten die Konservativen noch fast 45 Prozent der Stimmen geholt. 

Die zweite große Partei, die Sozialisten (PSOE) erzielte 22 Prozent der Stimmen. Neu ziehen die linke Bewegung Podemos (20,6 Prozent) und die liberale Ciudadanos (13,9 Prozent) ins Parlament ein. Damit nimmt die Ära des Zweiparteiensystems von Konservativen und Sozialisten ein historisches Ende. 

Mit der Finanzkrise 2008 gerieten nicht nur die Politiker der alteingesessenen Parteien in die Kritik. Das ganze System der parlamentarischen Monarchie wurde von den Bürgern in Frage gestellt. Auf dem fruchtbaren Boden von Bürgerinitativen und Unabhängigkeitsbewegungen entwickelten sich zwei neue Parteien: die linke Podemos und die liberale katalanische Ciudadanos.

Was bedeutet das Erstarken dieser neuen Parteien für die Zukunft des Landes?Finden Sie in diesem Dossier Reportagen zu innenpolitisc hen Fragen Spaniens und einen Artikel, um die neuen Parteien besser einordnen zu können.

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