Online-Dating - Generation Smartphone und Liebe

Länder: Dänemark, Deutschland, Polen, Großbritannien

Tags: Internet, smartphone, Dating

Suchen junge Europäer die große Liebe heute nur noch im Netz? Liebt es sich online etwa leichter? Aber wie soll man sich in dem ganzen Überangebot als junger Single noch zurecht finden? Yourope surft sich durch die Kuppelbörsen 2.0.

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Samstag, 06. September

14:00

Yourope

Online-Dating - Wie und wo findet die Generation Smartphone die Liebe?

Ein Profil bei einer Datingplattform zu haben ist peinlich? Im Gegenteil - für junge Europäer ist es schon fast zum Volkssport geworden.

In Deutschland ist es bereits die Hälfte der rund 15 Millionen Partnersuchenden, die im Netz den passenden Deckel finden wollen. Auch in Frankreich steigen die Zahlen – 2012 waren schon rund 40% der Singles online auf Beutesuche. Besonders die Briten setzen auf Cyber-Amor. Hier entsteht fast jede dritte Liebesbeziehung online. Der Markt für Dating-Apps und Blogs boomt. Fast jeder Zweite unter 30 hat hier bereits sein Liebesglück gesucht. Kein Wunder, dass die Kuppelbörsen immer kreativer werden: Vom nachhaltigen Online-Dating bis zur Plattform für Singles mit Kinderwunsch. Finden Europäer die Liebe schon bald nur noch, wenn sie ein Smartphone und einen schnellen Internetanschluß besitzen?

 

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Großbritannien: Loveflutter – Dating Katalog auf dem Telefon

 

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Über neun Millionen Briten suchen ihre Partner im Netz. Damit gilt England als Paradies für Online-Dating Plattformen. Vor allem Dating-Apps fürs Smartphone sind der letzte Schrei. Ob mit Freunden in einer Bar oder nur mal kurz die Zeit im Wartezimmer vertrödeln – Apps wie Grindr, Tindr und Co. bieten Singles spannende online Katalogbörsen voller potenzieller Partner. So wischen die Briten Singlegesichter über ihre Smartphone - Bildschirme hinweg, was das Zeug hält.

Es geht ja auch so einfach: Ein Foto ploppt auf und die Wischrichtung des Users entscheidet, ob er will oder nicht. Vergingen früher bei klassischen Dating-Plattformen schonmal Wochen, bis es zum Date kam, kann man sich per App sofort verabreden. Der Fun-Faktor des Gesichter-Shoppens ist groß - das zieht die Nutzer magisch an. Kein Wunder,  das so manches Start-Up schnell noch auf den Zug aufspringen will.

Eines davon ist Loveflutter. Mit ihrer App setzen die Gründer auf mehr Persönlichkeit- zumindest muss hier noch ein Profiltext in Tweetlänge gelesen werden, bevor das Profil sichtbar wird.

Die neuen Dating-Apps – nur ein oberflächlicher Spaß? Oder lässt sich die große Liebe tatsächlich per Wisch finden?

 

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Sie wittern das große Geschäft im Online-Markt: Die Gründer von Loveflutter.

 
Unsere Reportage in Großbritannien

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Übrigens: Die Dating-Apps regen auch Künstler an.

Wem vom vielen Wischen schon die Finger verkrampfen, dem kann hier Abhilfe geschaffen werden: Tinder-Finger-Skulptur.

Und wie sähe die Partnersuche per Wischtechnik eigentlich im echten Leben aus? Ein dänischer Filmemacher hat die Antwort.

 

Im Selbstversuch: Das Online Dating Magazin in Deutschland

Vom Wisch und weg-Dating halten zwei junge Frauen aus Berlin gar nichts. Ihnen sind diese Apps viel zu oberflächlich. Gerade in Berlin, der Singlehauptstadt schlechthin, haben sie Bedarf für mehr Tiefgang gesehen und eine Form des nachhaltigen Online-Datings entwickelt. Auf ihrem Blog "Im Gegenteil" stellen sie Berliner Singles vor. Und zwar richtig: Pro Single eine Seite – mit tollen Fotos und einem ausführlichen Portraittext. Dafür verbringen die beiden eine Menge Zeit mit den Partnersuchenden: Sie besuchen sie zuhause, führen lange Gespräche zum Kennenlernen und fotografieren sie professionell an persönlichen Orten. Schluss also mit peinlichen Selfies und dem Zwang, möglichst witzige Profiltexte zu erstellen! Das Anpreisen übernehmen die Gründerinnen kostenlos.

Ob das Dating dann nachhaltig ist? Das hat Reporterin Janina Rook direkt mal selbst ausprobiert und lässt sich von den beiden zeigen, wie man aus der Cyber-Masse am besten heraussticht.

 

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Dänemark: Dating für Singles mit Kinderwunsch

 

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Helle Mumm (42) träumt davon,  eine eigene Familie zu haben. Auf der Dating-Plattform Love&Kids hofft sie darauf den passenden Mann zu finden.

Viele suchen im Internet nicht nur schnellen Sex, sondern die große Liebe. Und manch einer auch den richtigen Partner für die Familiengründung. Doch den Kinderwunsch ins Profil schreiben oder beim ersten Date direkt auf den Tisch hauen? Ein absolutes No-Go.

Über das Thema Familiengründung wird fleißig geschwiegen – aber genau das will jetzt jemand ändern. Emmanuel Limal hat am eigenen Leib erfahren, wie man  Frauen mit seinem Kinderwunsch zuverlässig vergrault. Das hat den Franzosen derart frustriert, dass er in seiner Wahlheimat Dänemark kurzerhand selbst eine Plattform gegründet hat: "Love&Kids" richtet sich nur an Singles mit Kinderwunsch. Eine beinahe unglaubliche Spezialisierung! Doch genau das setzt sich im Online-Dating Markt europaweit überall durch. So auch in Dänemark: Über 4.600 Singles hat die Seite bereits erreicht. Und die sind erleichtert – denn hier können sie ihren Familienwunsch ganz offen äußern.

 

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Gründer Emmanuel Limal will Singles mit Kinderwunsch verkuppeln.

Polen: Die Liebe gehört ins Offline-Leben!

- das zumindest finden immer mehr junge Leute in Polen, die ihre Suche nach einem Partner nicht ins Internet verlagern, sondern dafür in die Kirche gehen. Denn hier haben sich einige Gemeinden jetzt der Partnervermittlung verschrieben. Sie wollen frommen Singles eine Alternative zum Online Dating bieten.

Das Motto: Erst beten, dann flirten. Zum Beispiel in der Krypta Kirche in Warschau. Hier hat Pfarrer Alexander Jacyniak nach den Single-Messen schon so manchen Funken überspringen sehen. Klingt altmodisch? Nicht für junge Gläubige, die sich beim Dating schon mal einer Gemeinsamkeit sicher sein können: Der Liebe zu Gott.