New Orleans: Nicht noch mal Katrina

ARTE Reportage - Samstag, 27. Juni 2015 - 17:05

Länder: Vereinigte Staaten Von Amerika

Tags: Katrina, Hurrikan

Zehn Jahre nach dem Hurrikan Katrina haben die Menschen New Orleans wiederaufgebaut – aber die Angst sitzt ihnen noch in den Knochen: Sie fragen sich, ob ihre Stadt heute besser vor Wirbelstürmen geschützt ist als damals.

 

Unsere Reportage

Unsere Infografik

Unsere Interviews

85 Prozent der Stadt überschwemmten die Fluten aus den geborstenen Deichen damals, die Behörden erwiesen sich so wenig effizient in der Notrettung wie im Wiederaufbau. Ohne die Energie ihrer Bürger wäre das kulturelle Zentrum Louisianas wohl heute noch ein Ruinenfeld. Damals hatte Katrina New Orleans nur gestreift und die Fluten vor die Deiche gespült – die brachen, weil sie falsch konstruiert waren und nachlässig gewartet. 

Heute ist New Orleans umstellt von neuen spektakulären Deichen – doch Kritiker behaupten, die seien noch schwächer als die alten Deiche aus Katrinas Zeiten. Hinzu kommt, dass das Land im Süden Louisianas allmählich verschwindet durch Erosion. Schwemmland und Sümpfe weichen der Ausbeutung durch die Ölindustrie: Das waren einmal die Wasserspeicher für die angespülten Fluten durch die Wirbelstürme, wie ein natürlicher Schutzwall.

Deshalb hat Louisiana einen spektakulären Rettungsplan in die Tat umgesetzt: Sie versuchen, Sümpfe und Schwemmland zu rekonstruieren – das ist allerdings sehr teuer und deshalb wollen sie die Verursacher der Landvernichtung, die Öl-Industrie, vor Gericht zur Kasse bitten. Das ist wie ein Tabubruch, denn im armen Louisiana ist die Ölindustrie seit Jahrzehnten der wichtigste und politisch einflussreichste Arbeitgeber. Eines aber haben sie in New Orleans jetzt erkannt: Es geht um nichts weniger als die Zukunft des Mississippi-Deltas und um die Zukunft ihrer Stadt.   

 
Dix ans après Katrina : plus jamais ça

Von Catherine Monfajon, Nicolas Ducrot und Marie Drouet – ARTE GEIE – Melting Pot Production – Frankreich 2015

 

 

Unsere Audio-Interviews

Catherine Monfajon, Autorin der Reportage "Nicht noch mal Katrina": "New Orleans mit Deichen zu schützen ist möglich, aber es gibt technische und finanzielle Grenzen."

Russell Honore, General-Oberleutnant der amerikanischen Armee im Ruhestand, hat im Jahr 2005, nachdem Hurrikan Katrina in New Orleans eine Schneise der Verwüstung hinterlassen hatte, die Rettungsmaßnahmen koordiniert: "Wir machen uns darauf gefasst, dass noch stärkere Hurrikans den Kontinent treffen, da sie auf ihrem Weg in feuchtere Gebiete nicht mehr abgeschwächt werden."

Interviews: Judith Kormann

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016