Myanmar: Der sterbende See

ARTE Reportage - Samstag, 15. Juli 2017 - 16:50

Länder: Myanmar

Tags: Ökosystem, schwimmende Gärten

Vor 400 Jahren siedelten die Inthas in Pfahlbauten auf dem Inle-See – heute ein bedrohtes Paradies.   

Die Inthas sind Bauern und Fischer; einst geflohen vor einen Krieg, legten sie schwimmende Gärten an zwischen ihren Pfahlbauten und fischen seit Jahrhunderte im Einklang mit der Natur des Sees. Zweimal im Jahr ernten sie köstliche Tomaten, die in ganz Myanmar begehrt sind. Wer einmal gesehen hat, wie die Fischer mit ihren Teakholz-Booten an den Pagoden am Ufer   vorbeigleiten, den verfolgen diese Bilder bis in seine schönsten Träume.

Leider aber trüben sich diese Bilder seit ein paar Jahren, der Inle-See ist in Gefahr. Das fragile Gleichgewicht zwischen Natur und Mensch ist ins Wanken geraten, seit die Bauern künstlichen Dünger und Pestizide einsetzen. Der Tourismus, nach dem Einlenken der Militärdiktatur stark im Aufschwung und wirtschaftlich sehr willkommen, er stört das alte Gleichgewicht ebenfalls empfindlich. Vor allem aber die Abholzung der Wälder an den Hängen der Berge nahe am See, spülte bei Regen in den letzten Jahrzehnten immer mehr Schlamm in den See. Dadurch schrumpfte er um ein Drittel im Vergleich zu den 30er Jahren. Die Zeit drängt. Wenn nichts dagegen unternommen wird, dann wird der Inle-See in 50 bis 75 Jahren wohl verschwunden sein, prophezeien die Wissenschaftler.  

 

Von Philippe Brachet, Alexandre Rossignol und Sébastien Guisset – ARTE GEIE – Frankreich 2017

Zuletzt geändert am 13. Juli 2017