Die Gefahr aus Pjöngjang

15. September 2017

Nordkorea hat am 15. September gemäß Angaben des japanischen Warnsystems J-Alert erneut eine Rakete über Japan hinweg getestet. Die Rakete flog demnach über den Norden Japans, unter anderem die Insel Hokkaido. Danach stürzte sie in den Pazifik. Nordkorea verstößt damit wiederholt gegen Beschlüsse des UN-Sicherheitsrats. Dieser hatte zuletzt mehrfach die Strafmaßnahmen gegen Pjöngjang wegen des nordkoreanische Atom- und Raketenprogramms verschärft.

Eine Entspannung der aktuellen Situation ist nicht in Sicht. Nachdem die USA auf den jüngsten Test einer Wasserstoffbombe im UN-Sicherheitsrat auf "größtmögliche Sanktionen" gegen Pjöngjang drängten, antwortete Nordkoreas Staatsoberhaupt Kim Jong Un mit Gegenmaßnahmen. Das Außenministerium in Pjöngjang unterstellte den USA, eine feindselige Politik und dazu eine "hektische Sanktionskampagne" zu betreiben. "Wir werden auf die verabscheuungswürdigen Sanktionen und den Druck der USA mit unserer eigenen Art der Gegenoffensive antworten", wurde ein Ministeriumssprecher am 5. September von den Staatsmedien zitiert. 

Der Nachbar Südkorea befürchtet, dass bald weitere Raketenversuche unternommen werden. Südkoreas Präsident Moon Jae hat deshalb vor dem Beginn eines regionalen Wirtschaftsforums in Wladiwostok auch mit Russlands Präsident Wladimir Putin über eine mögliche Entschärfung der Lage gesprochen. Putin hatte zuvor vor einer "globalen Katastrophe und vielen Opfern" gewarnt und nachdrücklich zu Verhandlungen aufgerufen.

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