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Karl Marx – Warum der Kapitalismus sich selbst zerstört

Länder: Deutschland, Großbritannien

Tags: Kapitalismus, marx

Karl Marx war ein Verfechter des Kommunismus. Seine Erfahrungen in den Fabriken Manchesters während der Industrialisierung ließen ihn den Glauben in das kapitalistische System verlieren. Der Großteil seiner Aufzeichnung beschäftigt sich jedoch nicht mit dem Kommunismus, sondern mit der verhassten Wirtschaftsform. Schritt für Schritt legt Marx dar, wie der Kapitalismus Armut und Elend schafft – und warum er untergehen wird.

Karl Marx war ein Verfechter des Kommunismus. Seine Erfahrungen in den Fabriken Manchesters während der Industrialisierung ließen ihn den Glauben in das kapitalistische System verlieren. Der Großteil seiner Aufzeichnung beschäftigt sich jedoch nicht mit dem Kommunismus, sondern mit der verhassten Wirtschaftsform. Schritt für Schritt legt Marx dar, wie der Kapitalismus Armut und Elend schafft – und warum er untergehen wird.

 

Wie Adam Smith und David Ricardo vertritt Marx die These, dass eine Ware den Wert der Arbeit hat, die zu ihrer Produktion aufgewandt wurde. Diese investierte Arbeitskraft wird vom Arbeitgeber mit einem Gehalt entlohnt. Während der Industrialisierung waren viele Arbeiter auf der Suche nach einer Anstellung. Die Konkurrenz unter ihnen führte dazu, dass sie bereit waren zu Löhnen am Existenzminimum zu arbeiten. Die einzige Alternative war die Arbeitslosigkeit. Wenn ein Arbeiter mehr produziert, als den reinen Gegenwert dessen, was er als Lohn erhält, wird er

Der Profit, von dem wir hier sprechen, ist nur ein andrer Name für den Mehrwert selbst."

 

dadurch nicht mehr verdienen. Der Überschuss an geleisteter Arbeit, der sogenannte Mehrwert, kommt dem Arbeitgeber als Profit zugute. Dieser Profit ist ein wichtiger Teil des kapitalistischen Systems: ohne ihn würde sich das Geschäft für den Arbeitgeber nicht rentieren.

 

Profit kann jedoch nur durch menschliche Arbeitskräfte erzielt werden. Maschinen hingegen können keinen Mehrwert schaffen: Ihre Leistung überträgt sich eins zu eins auf das Produkt, aber sie können nicht ausgebeutet werden. Was für den Arbeiter der Lohn ist, entspricht bei Maschinen dem Initial-Kauf oder der Leihgebühr. Hier ergibt sich aber nicht der Mechanismus, der bei der Lohnarbeit Tag für Tag den Mehrwert schafft: Zwischen Lohn und Verkaufsertrag gibt es eine Differenz, die zum Profit des

Der Mehrwert kostet den Kapitalisten nichts, eben weil er den Arbeiter unbezahlte Arbeit kostet."

 

Unternehmers führt. Eine Maschine wird dem Fabrikbesitzer aber zu einem Preis verkauft oder geliehen werden, der exakt dem Wert entspricht, den sie in der Lage ist, zu produzieren.

 

Die Produktionskosten für eine Ware setzen sich genau aus diesen beiden Komponenten zusammen: Den Lohnkosten auf der einen Seite, den Fixkosten für Material und Maschinen auf der anderen Seite. Im Laufe der Industrialisierung ändert sich die Kostenverteilung: Maschinen übernehmen die Arbeit von Menschen. Das erfordert Investitionen, die

70%

seiner Kosten entstehen dem handwerklichen Betrieb durch Material. Nur mit den restlichen 30 Prozent bezahlt er seine Arbeitnehmer. 

 

Fixkosten nehmen also einen wesentlich wichtigeren Prozentsatz der gesamten Kosten ein. 70% Materialkosten sind in einem handwerklichen Betrieb fällig, dazu kommen 30% Lohnkosten. In einem sehr mechanisierten Betrieb fallen 90% Fixkosten und 10% Lohnkosten für die Produktion an. Da aber nur Arbeit einen Mehrwert schaffen kann, wird der Kapitalist mit seinen eigenen Waffen geschlagen: Er investiert in Maschinen, um konkurrenzfähig zu sein, aber diese können keinen Mehrwert schaffen. So verringert sich der Profit des Arbeitgebers je größer der Anteil der Fixkosten an den gesamten Produktionskosten wird. 

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016