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Finanzkrise: Zehn Jahre danach

Länder: Welt

Tags: Finanzkrise

Vor zehn Jahren, am 9. August 2007, begann die internationale Finanzkrise. Die USA steckte in einer nie dagewesenen Immobilienkrise, verursacht durch riskante Immobilienkredite. Das Interbankensystem war paralysiert. Wie konnte es dazu kommen und ist die Krise zehn Jahre später wirklich vorbei? ARTE Info sucht nach Antworten.

 

  1. 1. Wie konnte es so weit kommen?

Die internationale Finanzkrise in 16 Punkten zusammengefasst:

 

 

2. Bewältigung der Krise: Was taugen die Reformen?

Ein erneutes Katastrophenszenario, in dem Staaten Banken vor der Insolvenz retten müssen, sollte durch Reformen verhindert werden. Doch reichen die getroffenen Maßnahmen aus? Hat die Finanzwelt wirklich das Interesse am Risiko verloren? 

 

"Plus jamais ça" : les mesures "anti-crise" sont-elles efficaces ?
Bewältigung der Finanzkrise: Was taugen die Reformen? Hat die Finanzwelt zehn Jahre nach Beginn der Krise wirklich das Interesse am Risiko verloren? Bewältigung der Finanzkrise: Was taugen die Reformen?

 

3. Wo könnte die nächste Krise entstehen?

Heute lassen zahlreiche Signale Wirtschaftswissenschaftler an eine neue Krise glauben. In den USA hat sich nach der "Subprime"-Krise eine neue Blase mit Studentenkrediten entwickelt, die immer größer wird. Auch wird weltweit wieder mehr spekuliert. 

 

D'où pourrait venir une prochaine crise ?
Droht schon die nächste Krise? Zehn Jahre nach Beginn der Finanzkrise warnen Wirtschaftswissenschaftler schon vor der nächsten Krise. Droht schon die nächste Krise?

 

4. Wie kann die nächste Krise verhindert werden?

Verschiedene Wirtschaftsexperten haben Lösungen für den Ernstfall einer erneuten Krise entwickelt. Hier drei Vorschläge:

Die Aktivitäten im Bankensektor trennen

Bis 1990 gab es zwei Bankentypen: Die Depotbank, zugänglich für Privatkunden, und die Geschäftsbank, die für Unternehmen vorgesehen war. Dann wurden diese Banktypen zusammengefasst. Geschäftsbanken können daher mit Geld von Privatkunden spekulieren und sind im Notfall durch Garantien des Staats abgesichert.

Mehrmals wollte die Politik dem ein Ende bereiten, doch ohne Erfolg. Glaubt man den Befürwortern dieser Maßnahme, so würde eine strikte Trennung die Banken dazu zwingen, viel vorsichtiger zu sein und in die Realwirtschaft zu investieren.

Eine Finanztransaktionssteuer einführen

Mit einer solchen Regel sollen das Aktiengeschäft und Derivate der Unternehmen besteuert werden. In mehreren EU-Staaten existiert ein solches Gesetz bereits. Es zwingt börsennotierte Unternehmen beim Aktienkauf zu Steuerabgaben. In Deutschland gibt es bislang keine nationale Finanztransaktionssteuer, die Bundesregierung plädiert gemeinsam mit zehn weiteren EU-Mitgliedern für die Einführung einer europaweiten Regelung. 

Die Europäische Kommission würde diese Steuer in Europa gerne erhöhen. Ziel: Gegen Spekulationsgeschäfte und Kapitalflucht kämpfen. Doch bislang hat sich die Politik nicht einigen können.

Geld schneller in den Umlauf bringen

Auch die Bürger haben Initiativen gestartet, um gegen Spekulationen vorzugehen. So soll etwa durch den direkten Kontakt zwischen Verbraucher und Händler die lokale Wirtschaft angekurbelt werden. Das ist auch das Ziel der "ergänzenden Lokalwährungen".

In den vergangenen Jahren haben sich diese Währungen in Europa vervielfacht, vor allem in Deutschland und Frankreich. Das Prinzip ist einfach: Bei ausgewählten Banken erhält man für einen Euro eine Einheit der lokalen Währung. Die Geldhäuser verpflichten sich, das so erwirtschaftete Geld in Solidar-, und Gemeinschaftsprojekte zu investieren.

Zuletzt geändert am 9. August 2017