Dresden: Pegida und die Folgen

ARTE Reportage - Montag, 23. Februar 2015 - 6:50

Länder: Deutschland

Tags: PEGIDA, Ausländerfeindlichkeit

Wochenlang bestimmten die sogenannten "Europäischen Patrioten gegen die Islamisierung des Abendlandes" die Schlagzeilen - jetzt scheint die Bewegung aus der sächsischen Hauptstadt Dresden im Sande zu verlaufen. Was bleibt von der Angst und der Wut gegen die Moslems - und wie kommt es, dass die islamfeindliche, populistische Bewegung ausgerechnet in Dresden bis zu 25 000 Demonstranten mobilisieren konnte?

Dresden: Pegida und die Folgen

Im ehemaligen, zu DDR-Zeiten sogenannten "Tal der Ahnungslosen" scheint der Boden fruchtbar noch für Neonazis, rechtsextreme Hooligans und Politikverdrossene rechter Couleur. Doch es sind auch brave Bürger, die an den vergangenen Montagen lauthals vor der Frauenkirche rechte Parolen skandierten: Der "typische" PEGIDA-Demonstrant entstammt laut einer Studie der Mittelschicht, ist gut ausgebildet, berufstätig, verfügt über ein für sächsische Verhältnisse leicht überdurchschnittliches Nettoeinkommen, ist 48 Jahre alt, männlich, gehört keiner Konfession an, ist nicht Mitglied in einer Partei und stammt aus Dresden oder Sachsen.

Unsere Reporter haben sich unter die Demonstranten gemischt und ein Portrait dieser Wutbürger zwischen Frust, diffusen Ängsten und politischem Reformwillen gezeichnet. Und festgestellt, dass die Stadt Dresden Schaden genommen hat und dass die etablierte politische Klasse kräftig durchgerüttelt wurde.

 

Von Michael Unger, Thomas Vollherbst und Ludovic Mingot – ARTE GEIE – Frankreich 2015

 

Michael Unger über seine Reportage in Dresden
Mehr Informationen zu Pegida:

Wer marschiert mit Pegida in welchen Städten? Wer sind die Gegner dieser Bewegung gegen den Islam in Europa? Wird Pegida den politischen Diskurs in Deutschland wirklich verändern? Das fragen wir einen Wissenschaftler, der extremistische Bewegungen erforscht. Lesen Sie unser Internet-Dossier "Pegida: die neuen Gegner des Islam".

 

Zuletzt geändert am 23. Februar 2015