Die Sklaven des Freihandels

Länder: Welt

Tags: ALENA

Am 1. Januar 1994 trat das Freihandelsabkommen NAFTA in Kraft, welches den schrittweisen Abbau der Zölle auf Waren und Dienstleistungen zwischen Mexiko, den USA und Kanada garantiert. Für Mexiko sollte so der Weg vom Entwicklungsland zum Industriestaat geebnet, Arbeitsplätze geschaffen und die Armut reduziert werden. Aber zehn Jahre danach sieht die Realität dramatisch anders aus.

Netto seien in den zehn Jahren 750 000 Arbeitsplätz verloren gegangen. Auch das Wirtschaftswachstum bleibe seit Gründung der Nafta mit durchschnittlich etwa 1,6 Prozent pro Jahr deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Die großen Verlierer des Freihandelsabkommens sind die Bauern. Die mexikanischen Landwirte können mit den hoch subventionierten Produkten, die zollfrei oder zollerleichtert ins Land kommen, nicht konkurrieren. Seit 1994 fiel so zum Beispiel der Preis für Mais um 70 Prozent. 

Wie wichtig das Thema für Mexiko ist, belegt ein Blick auf die Zahlen: In dem lateinamerikanischen Land sind rund 25 Millionen Menschen – ein Viertel der Bevölkerung – von der Landwirtschaft abhängig. Allein drei Millionen mexikanische Bauern haben ihre Betriebe aufgeben müssen und wurden zu Slumbewohnern. Andere versuchten ihr Glück als illegale Tagelöhner in den USA. Während in Mexiko selbst die Mangelernährung
und die Armut der Familien weiter steigen.

Eine reportage von Marie Monique Robin, Olivier Chambon und Françoise Boulègue – ARTE GEIE / M2R Films – Frankreich 2012

Zuletzt geändert am 8. Dezember 2016