Die Olympus-Affäre: ein Wirtschaftskrimi

Länder: Japan

Tags: Olympus, Woodford, Bilanzfälschung

Der Bilanzskandal um den japanischen Kamera-Hersteller Olympus ist aufs engste mit dem Namen des ehemaligen Vorstandsvorsitzenden des Unternehmens Michael Woodford  verbunden. Einige Wochen nach seinem Aufstieg an die Spitze des Konzerns entdeckte er Ungereimtheiten in den Bilanzen des Unternehmens. 

Es kam heraus, dass der Konzern in den 90er Jahren mit Hilfe von Übernahmen Anlage-Verluste verschleierte. Als Michael Woodford seinen japanischen Kollegen unangenehme Detailfragen stellte, wurde er schließlich entlassen – die Affäre brachte er jedoch an die Öffentlichkeit. Die Olympus-Aktie fiel in der Folge ins bodenlose. 

 

Hyoe Yamamoto hat den Fall in seinem Dokumentarfilm „Für das Wohl des Unternehmens – Die Olympusaffäre“ aufgerollt:

 

 

 

Für das Wohl des Unternehmens

 


Michael Woodford ist seit seiner Entlassung bei Olympus  ein gefragter Vortragender und erfolgreicher Buchautor. 2013 veröffentlichte er das  Buch „Exposure:  inside the Olympus scandal : how I went from CEO to whistleblower“, in dem er die Wochen vor und nach seiner Entlassung bei Olympus detailliert darstellt.  

Das Buch erschien 2014 unter dem deutschen Titel „Enthüllung – Vom CEO zum Whistleblower bei Olympus“ beim Wiley-VCH Verlag. 

 


Woodford gründete außerdem die Beratungsagentur „Michael Woodford Associates“ und berät Unternehmen hinsichtlich „Compliance“, Unternehmensmoral und sozialer Verantwortung. Außerdem diskutiert er gesetzliche Rahmenbedingungen für Whistleblower in verschiedenen Ländern. 

 


Die britische Strafverfolgungsbehörde „Serious Fraud Office“  liess  ihre Klage gegen Olympus im November 2015 fallen, unter Berufung auf "keine ausreichenden Beweise" und keine realistische Chance auf Überzeugung. Dennoch ist der Fall noch nicht abgeschlossen.  Erst kürzlich, Anfang Januar 2016, mehr als vier Jahre nach der Olympus-Affäre,  verklagte Woodford seinen ehemaligen Arbeitgeber erneut, in Großbritannien. Der Grund, so die Japan Times  vom 16. Januar: Vertragsverletzungen. Woodford bestätigte die Klage, lehnte eine Stellungnahme allerdings bisher ab. Auch von Olympus gibt es zur Zeit noch keine Stellungnahme.