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Das Leben nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo

Ein Jahr nach der Attacke auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo, wie gehen wir mit dem Terror um? Haben sich unsere Leben, unsere Gewohnheiten, unsere Ängste verändert? Und wenn ja, wie? ARTE Info ist an die Orte zurückgekehrt, an denen wir kurz nach dem 7. Januar 2015 Reportagen gedreht haben.

 

Sehen Sie auf dieser Seite die Reportagen vom Januar 2015 und finden Sie heraus, was sich seither verändert hat. 

Ein Jahr danach: Die TAZ ist solidarisch

Am 14. Januar 2015 übernahm die Tageszeitung (TAZ) die Titelseite von Charlie Hebdo. Es war ihre Art, ihre Solidarität mit dem Team des Satiremagazins zu bekunden. Auch ein Jahr später, zeigt sich die TAZ solidarisch. Am Donnerstag wird eine Sonderausgabe mit Karikaturen erscheinen. Damit wollen die Zeitungsmacher die Bedeutung der Zeichner für die Presse hervorheben und an die blutigen Anschläge von Paris erinnern. Aus Berlin berichtet Catherine-Marie Degrace. 

Ein Jahr danach: Pressezeichner in Russland sein

Der Sankt Petersburger Karikaturist Viktor Bogorad zeichnet seit 40 Jahren. Er gehört in Russland zu den Meistern seiner Zunft, doch traut sich heute kaum noch ein Magazin, seine Zeichnungen zu drucken. ARTE Journal hatte ihn drei Wochen nach der Attacke auf Charlie Hebdo getroffen. Damals blickte er düster in die Zukunft. Ein Jahr später sind Karikaturen fast gänzlich aus der russischen Presselandschaft verschwunden. Mascha Rodé berichtet. 

 

Ein Jahr danach: Pancho zeichnet weiter

Pancho ist einer der bekanntesten französischen Karikaturisten. Nachdem er für die Tageszeitung "Le Monde" arbeitete, zeichnet er heute für die "New York Review of Books" und "Le canard enchaîné". Beim "canard" stand er dem Zeichner Cabu sehr nahe, der beim Attentat vom 7. Januar umkam. 2015 war für Pancho dementsprechend ein schwieriges Jahr. Mehr als einmal stellte er seine Arbeit als Pressezeichner in Frage. Lionel Jullien hat den Künstler erneut getroffen. ​

Ein Jahr danach: Das Unbehagen an Frankreichs Schulen

Vor einem Jahr sorgte das Attentat auf Charlie Hebdo in Frankreich für ziemliches Unbehagen an den Schulen. Die zum Gedenken an die Opfer des Attentats abgehaltene Schweigeminute wurde nicht immer eingehalten. In einer als schwierig eingestuften Schule in Straßburg kam es sogar zu Zwischenfällen. Dort, im "Collège Sophie Germain de Cronenbourg" hatten wir Lehrer getroffen, die uns von ihrer Bestürzung angesichts dieses Verhaltens berichteten. Heute hat sich die Situation verändert. Wie, zeigt die Reportage von Manuel Dantas.

Ein Jahr danach: Das denken die Blogger der französischen Vororte

Der "Bondy Blog" hat sich zum Ziel gesetzt, das Bild der großen Vorstadtsiedlungen Frankreichs zu verändern. An die 30 Blogger und Bloggerinnen arbeiten daran. Die meisten sind unter 30 und leben im nördlichen und östlichen Großraum von Paris. Vor einem Jahr waren wir bei ihrer Sondersendung zu dem Attentat von Charlie Hebdo dabei. Damals standen sie unter Schock. Sie konnten nicht wissen, dass ein zweiter folgen sollte: der der Pariser Attentate vom 13. November. Die Reportagen von Hérade Feist (2015) und Christian Roudaut (2016).

Zuletzt geändert am 5. Januar 2016