Burkina Faso: Der Bürger wacht

ARTE Reportage - Montag, 23. Februar 2015 - 6:50

Länder: Burkina Faso

Tags: burkinische Herbst, Bürger Bewegung

Im Oktober fegten die Bürger von Burkina Faso ihren Präsidenten Blaise Compaoré vom Stuhl der Macht, den der 27 Jahre lang besessen hatte. Anlass für den Aufstand war die Absicht Compaorés, die Abgeordneten über eine Verfassungsänderung zu Gunsten seiner Wiederwahl abstimmen zu lassen: Zehntausende Demonstranten stürmten die Nationalversammlung und zerstörten die Symbole der alten Machthaber.   

Burkina Faso : vigilance citoyenne

 

Die Armee, die 27 Jahre zum Präsidenten gehalten hatte, sie schaute dabei nur zu. Blaise Compaoré musste ins Exil gehen, eine neue Übergangsregierung verwaltet seitdem das Land, bis zu den Neuwahlen am 11. Oktober 2015 – eine einigermaßen friedliche Revolution im Vergleich zu anderen blutigen Aufständen, wenn man bedenkt, dass dabei "nur" 30 Menschen ums Leben kamen. Dahinter stand vor allem eine Bewegung der jungen Leute und der Künstler, der sogenannte "Balai Citoyen - Bürgerbesen", Sänger wie Smokey ou Sams’k le Jah stehen darin bis heute an vorderster Front.

Der Wahlkampf hat schon begonnen, drei zivile Kandidaten stellen sich zur Wahl und auch ein paar Militärs rüsten sich für den Urnengang. Die "Bürgerbesen" stehen in Hab-Acht-Stellung und geben vor allem eine Losung aus : "Seid wachsam". Sie wollen sich ihre friedliche Revolution von keinem Kriegsgewinner rauben lassen - etwa von einem aus dem Gefolge des alten Präsidenten, der nach seiner Wahl wieder genau die gleichen Saiten aufziehen würde. Auf dem afrikanischen Kontinent schauen sie sehr gespannt auf Burkina Faso: Für die Leser der Wochenzeitschrift "Jeune Afrique" war der burkinische Herbst das wichtigste Ereignis 2014. 

 

Von Michel Dumont und David Martin – ARTE GEIE – Frankreich 2015

Zuletzt geändert am 19. Februar 2015