Benin: Verrückt sein ist ein Tabu

ARTE Reportage - Samstag, 4. Februar 2017 - 16:50

Länder: Benin

Tags: psychiatrische Klinik, Geisteskrankeit

Grégoire Ahongbonon holt seit 30 Jahren Menschen mit psychischen Störungen von der Straße. Sie gelten in Afrika als verhext…

Bénin : Psychatrie, sortir du Moyen âge
Benin: Verrückt ist ein Tabu Eine NGO hilft den Ausgestoßenen mit einer sauberen Unterkunft, mit Essen und mit Medikamenten. Benin: Verrückt ist ein Tabu

Noch immer ist eine psychische Krankheit für viele Menschen in Afrika ein Grund, davon betroffene Angehörige aus der Familie auszuschließen. Da es nicht nur in Benin an Psychiatern und psychiatrischen Kliniken mangelt, landen viele Kranke als Obdachlose auf der Straße oder – schlimmer noch – angekettet in einem Camp mit vielen anderen Leidensgenossen. Grégoire Ahongbonon erschütterte ihr Leid so sehr, dass er ohne jede psychiatrische  Ausbildung vor 30 Jahren die NGO "Saint-Camille de Lellis" gründete, ein Behandlungszentrum für die von ihren Familien verstoßenen Kranken. Dort kümmern sich ehemals Erkrankte um ihre Leidensgenossen, helfen ihnen mit Medikamenten und mit Fürsprache. Die Methoden von "Saint-Camille" sind auch umstritten – aber der Erfolg gibt den Helfern immer wieder Recht. Inzwischen kümmern sich  schon elf Zentren von "Saint-Camille" in vier Ländern um die "Verrückten", neben Benin auch noch in der Elfenbeinküste, in Burkina Faso und in Togo.   

 

Von Fanny Lépine, Elsa Kleinschmager, Benjamin Agon und Pascal Bach – ARTE GEIE –Frankreich 2017

 

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Auf Bali begleiteten wir eine Ärztin in die Dschungeldörfer: Dort ketten die Dorfbewohner Geisteskranke an Bäume oder sperren sie ein, weil sie sich anders nicht zu helfen wissen. Irresein gilt dort als Fluch der Götter!

 

 

Zuletzt geändert am 4. Februar 2017